Gold auf dem River Tay: Alina Zimmer wird U23-Europameisterin

Grandtully: Alina Zimmer von der Kanu- Gesellschaft Celle zeigt auch bei den diesjährigen U- 23 Europameisterschaften sowohl im Sprint als auch im Classic erneut hervorragende Leistungen mit denen sie in beiden Disziplinen eine Platzierung unter den 12 besten jungen Damen Europas erpaddelte. Mit 23 Jahren letztmalig im Feld der U 23 startberechtigt, krönte die Hermannsburgerin ihre erfolgreiche Saison mit dem Gewinn der Europameisterschaft bei den Damen Sprint Teams.
Zum Auftakt stand das Klassikrennen über 4,5 Kilometer auf dem Programm. Obwohl die Strecke technisch nicht zu den schwierigsten Wildwasserkursen zählte, verlangte sie den Athletinnen viel ab. Er ständige Wechsel zwischen vergleichsweise ruhigen Flussabschnitten und kleineren Schwällen unterbrach immer wieder den Paddelrythmus, wobei auf den fachen Stücken das Boot immer wieder möglichst schnell zum Gleiten gebracht werden musste. Die Suche nach der schnellsten Linie gestaltete sich im unübersichtlichen Flussbett durchaus schwierig. Alina Zimmer ließ sich davon nicht beeindrucken und bewältigte diese Aufgabe insgesamt sehr gut. In einem kräftezehrenden Lauf erreichte sie völlig den neunten Platz. Völlig erschöpft zeigte sie sich mit dem Ergebnis sich dennoch nur bedingt zufrieden: „Natürlich hatte ich mir mehr erhofft und auch von einer Medaille geträumt. Ich habe alles gegeben und bin eine gute Linie gefahren. Am Ende hat es leider nicht gereicht, die anderen waren einfach besser.“
Am folgenden Tag ging Zimmer erneut auf der Klassikstrecke an den Start, diesmal im Mannschaftswettbewerb zusammen mit Luisa Puttkammer (Düsseldorf) und Annika Eikelmann (Köln). Dabei fahren drei Boote einer Nation gemeinsam und müssen die Strecke möglichst schnell als geschlossenes Team bewältigen. Als schnellste im Team hatte Zimmer dabei die Aufgabe, ihre Teamkameradinnen auf ihrer Welle mitzuziehen. Hier war sie eindeutig in Ihrem Element: Mit hohem Tempo führte sie das sehr gut harmonierende Team zu einer Zeit, die trotz des niedrigeren Wasserstandes mehr als 30 Sekunden unter der langsamsten Einzelzeit lag und die am Ende für einen achtbaren 5. Platz reichte.
Auch im Sprint zeigte die Hermannsburgerin ihre internationale Klasse. Der Kurs auf dem River Tay war mit Laufzeiten zwischen 70 und 80 Sekunden ungewöhnlich lang. Normalerweise haben Wildwassersprints eine Streckenlänge zwischen 40 und 60 Sekunden. Zudem stellte die Strecke hohe technische Anforderungen: Auf ein enges Wildwasserstück folgte eine flachere Passage, auf der mit der richtigen Linie und hoher Geschwindigkeit entscheidende Zeit gewonnen werden konnte. Anschließend führte der Kurs erneut in einen engen Wildwasserabschnitt.
Im ersten Vorlauf belegte Zimmer den neunten Rang, und musste somit im zweiten Lauf nochmal zeigen, was in ihr steckt, um sich für das Finale zu qualifizieren. Im zweiten Versuch gelang ihr erneut ein guter Lauf, mit dem sie als 10 der Qualifikation sicher in das Finale der besten europäischen Nachwuchsfahrerinnen einzog. Im Endlauf am nächsten Tag konnte sie ihr Potenzial aufgrund mehrerer kleiner Fahrfehler nicht vollständig ausschöpfen und beendete den Einzelwettbewerb auf Platz zwölf.
Der sportliche Höhepunkt folgte noch am selben Tag im Sprint-Team. Alle drei deutschen U23-Fahrerinnen hatten zuvor im Einzel das Finale erreicht, entsprechend groß waren die Hoffnungen auf eine Medaille. Das Team in der Besetzung Alina Zimmer, Luisa Puttkamer (Düsseldorf) und Anne Jäger (Fulda) ließ sich von den hohen Erwartungen jedoch nicht aus der Ruhe bringen und zeigte auf der engen und für die Mannschaften besonders anspruchsvollen Sprintstrecke das deutsche Trio einen souveränen und nahezu fehlerfreien Lauf. Die drei Nachwuchssportlerinnen fanden sowohl in den technisch schwierigen Wildwasserpassagen als auch auf dem entscheidenden Flachstück eine schnelle und saubere Linie. Im Ziel stand fest: Gold für Deutschland – und der U23-Europameistertitel für Alina Zimmer. Damit kehrt die 23-Jährige mit einer Goldmedaille und weiten drei Top Platzierungen aus Schottland zurück.
KGC- Chef und Landestrainer Olaf v. Hartz zeigte sich mit den Leistungen seines Schützlings vollauf zufrieden: „Alina hat mit der Senioren WM in Bosnien und nun der U 23 EM ein wahnsinniges Programm zu absolvieren gehabt und dabei tolle Leistungen gezeigt. Vor allem in der Mannschaft ist sie für den Deutschen Kanu- Verband mittlerweile eine absolute Bank!! Was sie trotz ihrer nicht optimalen Trainingsbedingen seit Jahren leistet, verdient höchsten Respekt! “
Olaf v. Hartz
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