Zimmer löst WM-Ticket auf der Saalach

Anspruchsvolle Bedingungen, niedriger Wasserstand und enge Linienführungen: Die Saalach verlangte den Athletinnen und Athleten am vergangenen Wochenende alles ab. Mittendrin zeigte Alina Zimmer aus Hermannsburg einmal mehr ihre Klasse. Die 23-Jährige überzeugte bei den Qualifikationswettkämpfen in Unken mit einer konstant starken Leistung und sicherte sich verdient die Nominierung für die Weltmeisterschaft in Bosnien sowie die U23-Europameisterschaft im August in Schottland.
Vor allem der vergleichsweise niedrige Wasserstand stellte das Teilnehmerfeld vor zusätzliche Herausforderungen. Im oberen Streckenabschnitt, insbesondere im technisch anspruchsvollen „S“, wurden die Durchfahrten eng und fehleranfällig. Auch der Sprintkurs offenbarte durch den geringen Wasserstand seine Tücken, saubere Linienwahl und präzises Paddeln waren entscheidend.
Der Auftakt in den Sprint am Samstag verlief für Zimmer zunächst nicht optimal. Ein unsauberer erster Lauf zwang sie dazu, im zweiten Durchgang alles auf eine Karte zu setzen. Mit der nötigen Entschlossenheit gelang ihr eine deutliche Steigerung, die ihr mit Rang sechs eine solide Ausgangsposition sicherte.
Auf der anschließenden Langstrecke spielte Zimmer dann ihre Stärken aus. Auf den rund 5,6 Kilometern von Au nach Unken fand sie trotz der schwierigen Bedingungen ihren Rhythmus und überzeugte mit einem kraftvollen, kontrollierten Rennen. Der zweite Platz war Ausdruck einer starken Leistung und ein wichtiger Schritt Richtung Qualifikation.
Auch im Canadier-Zweier zeigte Zimmer gemeinsam mit ihrer Partnerin Franziska Gawehn (Bonn) eine bemerkenswerte Konstanz. In beiden Rennen am Samstag präsentierte sich das Duo souverän und fuhr jeweils auf den zweiten Rang.
Am zweiten Wettkampftag waren die Strapazen des ersten Tages deutlich spürbar, doch Zimmer blieb fokussiert und motiviert. Im Sprint bewies sie erneut Nervenstärke und konnte sich nach einem verhaltenen ersten Lauf im zweiten Durchgang wieder auf Rang sechs steigern. Auf der klassischen Langstrecke gelang es ihr diesmal nicht ganz, an die Leistung vom Vortag anzuknüpfen, am Ende stand dennoch ein starker dritter Platz.
Im C2-Wettbewerb mussten Zimmer und Gawehn am Sonntag einen Rückschlag verkraften. Eine Kenterung auf der Langstrecke im Ausgang des sogenannten „S“ kostete wertvolle Zeit und verhinderte ein besseres Ergebnis, sodass das Duo auf Rang drei zurückfiel. Umso beeindruckender war die Reaktion im abschließenden Sprintrennen, in dem sich die beiden erneut auf den zweiten Platz vorkämpften.
Was dieses Wochenende besonders prägte, war Zimmers Fähigkeit, sich an die schwierigen Bedingungen anzupassen und auch in entscheidenden Momenten ihre Leistung abzurufen. Auf der technisch anspruchsvollen, von Niedrigwasser geprägten Saalach behauptete sie sich gegen starke Konkurrenz und zeigte über alle Wettkämpfe hinweg eine bemerkenswerte Konstanz.
Mit dieser Leistung reist die Hermannsburgerin nun selbstbewusst zu den internationalen Höhepunkten der Saison. Bereits Ende Mai steht die Weltmeisterschaft in Bosnien an, ehe im August die U23-Europameisterschaft in Schottland folgt, mit einer Athletin, die in Unken eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, dass sie bereit ist.
Olaf v. Hartz
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